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Die Fastnacht

Fastnacht in StraupitzKein anderer Brauch im Spreewald wird heute so lange und ausgelassen gefeiert wie die Fastnacht.
Das Wort Fastnacht stammt aus dem Mittelhochdeutschen 'vas(e)naht' und bezeichnet das Possentreiben am Vorabend der Fastnacht aus Freude über den nahenden Frühling. Im Spreewald beginnt die Fastnachtzeit in der Regel Ende Januar und endet Anfang März. So kann man in jenen Wochen dem fröhlichen Treiben an jedem Wochenende in einem anderen Dorf zuschauen. Unverzichtbare Bestandteile der Fastnacht im Spreewald sind das Zampern, der Tanz, die Umzüge und die traditionellen Fastnachtsspeisen. Das Zampern im Spreewald ist sehr verbreitet. Von einer kleinen Kapelle begleitet ziehen die Zampernden von Haus zu Haus. Nach einem kleinen Tänzchen und einem Schnaps bekommen sie Eier, Speck und Geld.

Auch durch das Dorf fahrende Autofahrer haben keine Chance ihnen zu entkommen. Sie werden gnadenlos angehalten und dürfen erst nach der Gabe eines kleinen Obolus ihre Fahrt fortsetzen. Meistens schließt sich an das Zampern ein Eieressen oder ein Eierkuchenball an, auf welchem das Eingesammelte verzehrt wird. Der heutige Fastnachtsumzug am Sonntag ist vielleicht der schönste Teil der Fastnacht im Spreewald. An ihm beteiligt sich eigentlich nur die ledige Dorfjugend. Doch inzwischen wurden die Regeln etwas ausgedehnt, und es macht mit, wer Lust dazu hat. Die Mädchen und Frauen tragen die typische Tracht mit oder ohne Haube. Die Männer erscheinen mit Anzug und Hut, den die Mädchen mit einem Fastnachtssträußchen schmücken. Begleitet von einer Musikkapelle ziehen die Paare durchs Dorf. Den Tag beschließt der abendliche festliche Tanz in der Wirtschaft. Ständig werden Fastnachtsbräuche durch neue Elemente bereichert. Auch entwickeln sich spezifische Eigenheiten bei der Durchführung, die der Fastnacht in jedem Dorf ihren unverwechselbaren Charakter geben.

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